Industrie 4.0 verspricht für Unternehmen effiziente, smarte Prozesse und neue Geschäftsmodelle basierend auf einer durchgängigen Digitalisierung. Eine Smart Factory zu werden, haben die meistens als Ziel – nur der Weg dahin ist vielen noch nicht klar. Vier grundlegende Dinge, die bei Industrie 4.0 zu beachten sind.

Deutschland ist ein weltweit gefragter Industriestandort. Deshalb schnüren landauf, landab die Unternehmen des produzierenden Gewerbes ihre Konzeptpapiere und erstellen ihre Digitalisierungs-Roadmap. Laut einer Analyse des Research-Spezialisten Gartner, beschäftigen sich 97 Prozent der Unternehmen mit der Umsetzung von Industrie 4.0. Zwar gibt es zwischen den einzelnen Branchen noch Unterschiede, dennoch herrscht grundlegend eine Aufbruchstimmung. Doch auf dem Weg lauern auch Stolperfallen. So ist es grundlegend wichtig, eine Vision zu entwickeln, die letztendlich eine Marschrichtung vorgibt. Schwierig wird es, wenn keine Vorstellung existiert, was Industrie 4.0 konkret bedeutet. Im Kern geht es darum, im Zuge der digitalen Transformation die neuen technologischen Möglichkeiten zu betrachten und auf Potenzial für die eigenen Prozesse zu überprüfen. Daher ist es sinnvoll, zu fragen: Wie soll das Unternehmen mit Industrie 4.0 in zwei bis drei Jahren aufgestellt sein? Anhand der Vision lassen sich anschließend Maßnahmen und Prioritäten in der Umsetzung ableiten.

Vorbereitung ist alles
Auf diese Weise entsteht eine Roadmap, aus der hervorgeht, was auf Seiten des Unternehmens zu erledigen ist. Dafür sind grundlegende Voraussetzungen zu schaffen. Bevor Industrie 4.0 kommt, sollte zunächst Industrie 3.0 umgesetzt sein. Wie sehen bestimmte Prozesse aus? Läuft Kommunikation noch teilweise mündlich beziehungsweise auf Papierbasis ab? Was ist heute einfach digitalisierbar? Stichwort Vernetzung: Sind alle relevanten Geräte und Maschinen mit dem Netzwerk verbunden? Gibt es eine flächendeckende WLAN-Abdeckung? Um diesen Ist-Zustand zu analysieren, ist zu klären, wer sich intern dieses Themas annimmt.

Digitalisierung funktioniert nicht nebenbei

Industrie 4.0 ist ein Thema, welches das ganze Unternehmen betrifft. Um den Status quo zu ermitteln, Maßnahmen zu entwickeln und deren Umsetzung voranzutreiben, sind entsprechende Verantwortlichkeiten zu schaffen. Dafür braucht es Mitarbeiter, die das Thema nicht nur mal eben nebenbei, zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben, betreuen. Digitalisierung ist zum Wettbewerbsfaktor geworden. Dementsprechend ist die Aufmerksamkeit eines Hauptverantwortlichen erforderlich – im Idealfall mit direktem Draht zur Geschäftsführung, um lange Entscheidungswege und -zeiten zu vermeiden. Immer mehr Unternehmen etablieren dafür einen Chief Digital Officer (CDO). Hier sind agile Macher statt Theoretiker gefragt.

Anpacken, statt anschauen
Eine gängige Bremse auf dem Weg zur Smart Factory im Sinne von Industrie 4.0 ist eine zögerliche Herangehensweise. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen verharren in der Warteposition, in der Hoffnung, dass ein Anbieter eine Universallösung präsentiert, die es dann nur noch einzukaufen gilt. Doch so einfach funktioniert es nicht – zumal Digitalisierung keine einmalige Angelegenheit, sondern eine fortlaufende Entwicklung beschreibt.

Industrie 4.0 ist Einstellungssache
Dieser Aspekt muss auch in den Köpfen der Verantwortlichen im Unternehmen präsent sein. Deshalb erfordert Industrie 4.0 ebenso andere Organisationsstrukturen und ein offenes Mindset, um das Ziel zu erreichen. Gemäß dem Spruch: „Kultur frisst Strategie zum Frühstück“. Mitarbeiter sollten auf den digitalen Wandel eingestimmt sein und transparent informiert sowie motiviert werden. Hohe Beharrungskräfte nach dem Motto „Das machen wir schon immer so“ sind Showstopper – da nützt auch die aktuellste und neueste Technik nichts. Digitalisierung ist eine Veränderung, doch diese gilt es als Chance zu begreifen.

Bei Industrie 4.0 erfolgreich zu sein, erfordert das richtige Rüstzeug am Start zu haben. Das betrifft nicht nur die Technik. Es braucht auch einen Plan, Orientierungshilfen und im Zweifelsfall einen Wegbegleiter, der sich bereits auskennt und einen sicher ans Ziel bringt.

 

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